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Wir von Carl Messtechnik haben unser Bestes getan, um eine Website zu  erstellen, die den Bedürfnissen unserer Kunden zuvorkommt und diese  erfüllt. Aus diesem Grund haben wir eine Liste häufig gestellter Fragen  zusammengestellt. Wenn Sie die Antwort auf Ihre Frage hier nicht finden, kontaktieren Sie uns unter 02064 603512 oder BikeChecker@carbon-bike-check.com.

Wann macht eine Prüfung Sinn?

Wie lange dauert eine Prüfung?

Was kostet eine Prüfung?

Welche Aussage bekomme ich nach der Prüfung?

Wie sollte das Fahrrad zur Prüfung angeliefert werden?

Wie hoch sind die Frachtkosten?

Was ist der Unterschied zwischen LockIn Thermografie und Impulsthermografie

CFK ist doch total stabil. Warum muss man das überhaupt prüfen?

Und warum baut man Flugzeuge aus CFK?

Worauf richtet sich dann der Fokus beim Prüfen?

Wann macht eine Prüfung Sinn?

Eine Prüfung sollte durchgeführt werden, wenn ein Fahrrad gebraucht gekauft  wird, oder generell Unklarheit besteht, in welchem Zustand sich das  Fahrrad befindet, z.B. durch Fremdeinsatz. Bei vielen Anwendern kommt es vor, das ein Fahrrad umfällt und durch einen unglücklichen Umstand  beispielsweise auf eine Bordsteinkante fällt. Dieser Vorfall kann schon  zu einer Schädigung des Materials führen. Gleiches gilt natürlich auch  für einen Unfall mit Feindkontakt. Zu Unsicherheiten kommt es auch  immer wieder bei Anbauteilen, die mit zu viel Kraft montiert wurden.  Durch eine zu hohe Klemmkraft, kann es auch zu Materialschäden kommen. Durch sehr extreme Beanspruchung im Gelände, oder einer zu hohen  Beanspruchung aufgrund eines hohen Körpergewichtes kann es ebenfalls zu Materialschäden kommen.

Wie lange dauert eine Prüfung?

In der Regel dauern die Einzelprüfungen nur wenige Minuten. Aufwendiger  gestaltet sich die Analyse bzw. Interpretation der Messergebnisse. Egal  welche Untersuchungsmethode gewählt wird, auf das Fahrrad muss man etwa  zwischen 3 und 10 Tagen verzichten. Finden mehrere Untersuchungen bei den einzelnen Spezialisten statt, kommt natürlich noch die Transportzeit  dazu.

Was kostet eine Prüfung?

Es kommt natürlich darauf an, welche Prüfungen im Einzelnen gewünscht  sind. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten natürlich z.B. Thermografie und Steifigkeitsmessung gekoppelt durchgeführt werden, was den Preis  natürlich steigen lässt. Eine Thermografie alleine macht z.B. nur dann  Sinn, wenn es darum geht, gezielt Unfallschäden zu analysieren. Je nach  Größe und Art des Unfallschadens, kann dann eine weitere  Steifigkeitsuntersuchung sinnvoll sein. Wird kein Schaden identifiziert, können weitere Kosten gespart werden. Eine hochauflösende CT  Untersuchung kostet ein vielfaches mehr, aber dafür ist der Zustand des  Materials dann genau bekannt.

Welche Aussage bekomme ich nach der Prüfung?

Zu jeder Messung wird ein Prüfprotokoll erstellt mit den Ergebnissen der  Messung in Bild und Schriftform. Fehler und Inhomogenitäten werden genau beschrieben und es wird eine Empfehlung ausgesprochen. Im Grunde  genommen wird ein Risikoprofil erstellt, da die Benutzung eines  Carbonrahmens immer ein gewisses Risiko birgt. Eine Schadenvorhersage  kann nicht getroffen werden, d.h. eine Aussage ob ein Rahmen aufgrund  eines gefundenen Fehlers bricht, kann nicht getroffen werden. Es kann  aber ausgesagt werden, ob eine Schädigung durch einen Unfall vorliegt  oder nicht. Jede Schädigung erhöht das Risiko eines Materialversagens.  Liegt eine Schädigung vor, kann die mechanische Steifigkeit gemessen  werden. Diese Messwerte sollten in einem gewissen Toleranzbereich  liegen, andernfalls ist die mechanische Eigenschaft des Rahmens  abweichend und als fehlerhaft einzustufen.

Wie sollte das Fahrrad zur Prüfung angeliefert werden?

Möglichst in die Einzelkomponenten zerlegt, da die Transportkosten sonst  ansteigen. Außerdem verdecken bei der Thermografie beispielsweise die  Tretkurbeln die Sicht auf den Rahmen. Natürlich kann man aber auch  persönlich mit dem kompletten Rad hier im Prüflabor einer Prüfung  beiwohnen und bei der Demontage helfen.

Wie hoch sind die Frachtkosten?

Die Kosten richten sich nach Grösse der Verpackung und differieren bei den  verschiedenen Paketdienstleistern. Die Kosten sind günstig wenn es sich  nicht um Sperrgut handelt und gewisse Gurtmaße nicht überschreitet (120 x 60 x 60 cm). Preis z.B. bei DHL dafür wäre 6,90€

Was ist der Unterschied zwischen LockIn Thermografie und Impulsthermografie?

Bei der LockIn Thermografie wird eine Prüfoberfläche durch eine Wärmequelle (meist Halogenstrahler) periodisch erwärmt und abgekühlt. Eine  Wärmebildkamera misst als Reaktion dessen, die Oberflächentemperatur des Prüfgegenstandes. Die Phasenverschiebung beider Signale dient dann zur  Fehlerermittlung. Ein Nachteil der LockIn Thermografie besteht darin,  das durch die Modulation der Wärmewelle, die Messzeit steigt und  aufgrund der eingestellten Modulationsfrequenz nur Fehler in einer  bestimmten Tiefe klar identifiziert werden. Ein schnelleres thermisches  Prüfverfahren stellt die Impuls Thermografie dar. Hierbei erzeugt ein  thermischer Impuls durch Blitzlampen einen Temperaturgradienten auf der  Prüfoberfläche, der ebenfalls einen Wärmefluss in das Bauteilinnere  induziert. Fehler im Bauteil stören den Wärmefluss, dessen Änderungen  durch mathematische Algorithmen erfasst werden und die Bauteilfehler in  farbcodierter Form als Auswertebild darstellen.

CFK ist doch total stabil. Warum muss man das überhaupt prüfen?

... prinzipiell ja. Leider gilt das akademische Fachwissen oft nur für den  theoretisch optimal gebauten Gegenstand, der aber in der Realität bei  handgefertigten Bauteilen meist nicht existiert. Dann machen die vielen  kleinen Inhomogenitäten und Lufteinschlüsse im Materialinneren dem  Konstrukteur einen Strich durch die Rechnung. Große Bauteile aus CFK  tolerieren Fehler, da die Gesamtstruktur diese Fehler zulässt. Habe ich  aber ein einziges kritisches Bauteil, das versagen kann, ist das Risiko  erheblich größer und das ist bei einer Carbongabel z.B. der Fall. Klar,  das der Schaft (oder alle anderen biegebelasteten Teile) Biegemomente  bis zu einem gewissen Grad aufnehmen kann  und diese bei der Auslegung  auch berücksichtigt werden. Nur - was ist, wenn in Kraftflussrichtung  ein Materialfehler vorliegt? Da nützen alle Berechnungen und eingebauten Sicherheiten nichts. Wenn beispielsweise bei der Weiterverarbeitung   einfach in den Schaft einer CFK Gabel axial hineingebohrt wird und  Wanddickensprünge mit Kerbwirkung produziert werden, entsteht der  Eindruck, Kerbwirkung ist in der Fahrradbranche ein Fremdwort. Bei  Biegebelastung wird der Aussenbereich gedehnt und der Innenbereich  gestaucht. Bei Metallen kein Problem, da sie elastisch sind. Bei  Faserstrukturen schon ein Problem, da im Bereich der Matrix Scherkräfte  auftreten und dort Delaminationen auftreten können. Verstärkt dann, wenn Materialfehler vorhanden sind. Deshalb sollte man solche Schwachstellen prüfen.

Und warum baut man Flugzeuge auch aus CFK?

Ein Flugzeug besteht aus grossen, massiven Bauteilen die sich gegenseitig  noch versteifen und unterstützen. Meist handelt es sich um grosse  maschinell gefertigte Bauteile, bei denen man die Problem im Griff hat.  Jedes Teil wird geprüft und auch nach dem Zusammenbau als ganzes  geprüft. Und das ist beispielsweise der Unterschied zwischen einem  Airbus und einem Fahrrad. Ein Airbus wird geprüft und geprüft und  geprüft, es gibt eine Luftfahrtnorm, wo genau definiert ist was womit  und wie oft geprüft wird. Und beim Fahrrad? Gibt es nichts.  Eigentlich  müsste es für Carbonteile am Fahrrad auch eine Norm, oder einen TÜV  geben, um zeitliche Veränderungen festzustellen.

Worauf richtet sich dann der Fokus beim Prüfen?

wie gesagt, den fehlerfreien Rahmen, Gabel, Schaft etc. gibt es nicht. Aber nicht  jeder Fehler ist auch gleichzeitig ein Ausschusskriterium. Einige  grundlegende Sachen sollten aus der Prüfung resultieren. Sind Fehler in  besonders belasteten Regionen beobachtbar? Gibt es deutlich kritisch  dünne Bereiche? Gibt es deutlich kritische Wanddickenunterschiede  (Kerbwirkung)? Gibt es Lunker oder Delaminationen in kritischen  Bereichen? Können all diese Faktoren ausgeschlossen werden, ist ein  Versagensrisiko zwar nicht auszuschliessen, aber es ist minimiert  Unsicherheiten. Das sind die  Fakten aus  der Sicht des Prüfers. Sie trifft nicht unbedingt die  Sichtweise des Konstrukteurs und schon gar nicht der Hersteller.  Interessanterweise vertrauen die Konstrukteure mehr ihren Simulationen  als der Realität, warum auch immer..